Sängerin Ida Gard bringt das Pitcher zum beben

Die dänische Sängerin Ida Gard rockte am Donnerstag das Pitcher in Düsseldorf im kleinen Kreis. Ich war dabei und durfte der Musik lauschen.

Etwa 50 Zuhörer wollten der charmanten Stimme vom dänischen Import Ida Gard lauschen. Die 28-Jährige tourt derzeit zusammen mit Schlagzeugerin Anne Kirstine Winkler mit ihrem Album „Doors“ durch Deutschland. Die Bühne wurde geziert von Gitarren und einem gold glitzerndem Schlagzeug. Im Hintergrund hing ein Plakat mit einer weißen Tür. Mit einem Bierchen und gemütlicher Stimmung warten die Zuhörer gespannt auf Ida. Als sie plötzlich von hinten durch die Menge kommt ertönt großer Applaus. Ida Gard trägt ihre Frisur mit zwei gedrehten Dutts vorne und hinten aus dem Video „Need A Break“.

Ida (re.) und Anne (li.) lassen ihre Instrumente erklingen. © Lorraine Dindas
Ida (re.) und Anne (li.) lassen ihre Instrumente erklingen. © Lorraine Dindas
Leise stimmt sie den ersten Song „Swan“ an. Die Gitarrenklänge und die Vibrationen des Basses dröhnen durch das Pitcher. Die Zuhörer wippen und schunkeln mit. Anne singt als Zweitstimme mit, die beiden harmonieren sehr gut zusammen. Der dritte Song „In Case You Haven’t Heard“ richtet sich an einen Musikmanager, namens Thomas. Er ist der Grund warum Ida damals einen Plattenvertrag ausgeschlagen hat, um ihr eigenes Ding zu machen. Sie ist ihm sehr dankbar dafür. Nach dem nächsten Song erzählt Ida dem Publikum eine Geschichte. Sie ging vor einiger Zeit in dein dänisches Geschäft, namens 7-Eleven. „Bei euch ist dieser Laden als ‚Späti’ bekannt“, berichtet sie. Diese Kette ist in 16 Ländern auf der Welt bekannt und hat wie der Name schon sagt von 7-23 Uhr geöffnet. Dort kaufte sie sich eine Tüte voll Einwegrasierer und verpasste sich selber einen Side Cut. Dumm gelaufen, da sie gerade an einem zweitägigen Dreh beteiligt ist und die Haare am ersten Tag noch lang waren. Passend dazu hat sie den Song „Nothing’s Wrong Song“ geschrieben. Immer wenn etwas schief geht, schreibt sie ein Lied darüber. Zum Lachen brachte sie das Publikum darüber, dass sie bisher keinen Lovesong schreiben konnte. „Ich dachte immer, man schreibt nur ‚i love you, i love you, i love you and then he killed him’. Aber dann lernte sie jemanden kennen, bei dem sie dachte er ist der eine. Diese Begegnung war die Inspiration für den Song „Beginners“. Insgesamt spielte die Musikerin 19 Songs, inklusive der Coverversion „Running Up That Hill“ von Kate Bush.

Ida Gard im Interview:

Ibento: Dein aktuelles Album heißt „Doors“. Welche Bedeutung hat dieser Begriff für dein Album?
Ida Gard: Mein dänischer Produzent schlug mir vor das Album so zu nennen. Das machte Sinn, denn der Track „Doors“ ist ein signifikanter Song auf der Platte. Er soll etwas großes sein, etwas dass einem Türen öffnet. Die Tür ist ein Symbol für die Möglichkeiten, die man im Leben ergreifen kann oder auch nicht.

Ibento: Welcher Song liegt dir am meisten am Herzen und warum?
Ida: Puh, ich glaube ich habe einige Favoriten. Einer davon ist auf jeden Fall „Doors“. Und natürlich „Germany“, „Good Enough“ und „If I Were Crazy“. Ich weiß nicht genau warum. Ich mag Songs die nicht nur happy sind, ich mag auch dunklere Lieder. Meine Songs sind sehr detailliert und sollen eine bestimmte Stimmung erzeugen.

Ibento: Wie hast du den Weg zur Musik gefunden?
Ida: Ich habe mit neun Jahren angefangen Klavier zu spielen. Mit 14 habe ich dann richtig angefangen mit der Musik und für mich selbst entdeckt, was Musik bedeutet. Erst habe ich gedacht, ich werde Jazz-Sängerin. Ich wusste noch nicht genau was ich machen soll, als ich anfing Songs zu schreiben. Mit 18 Jahren habe ich dann angefangen Texte auf Englisch zu schreiben. Da habe ich gemerkt, dass ich ein Talent fürs Songwriting habe. Diese Erkenntnis zeigte mir den Weg, den ich gehen will.

Ibento: Woher bekommst du deine Inspiration?
Ida: Viele Songs habe ich in New York geschrieben. Ich war drei Monate dort und nahm an einem Songwriting-Contest teil. Menschen um mich herum inspirieren mich. Ganz alltägliche Situationen. Als ich den Film Pretty Woman sah, hat er mich z.B. zum Lied „Litte Miss Vivian“ inspiriert.

Ibento: Was möchtest du den Zuhörern mit deiner Musik mitteilen?
Ida: Ich erzähle mit meiner Musik persönliche Geschichten darüber, wie die Welt aus meiner Sicht funktioniert. Viele können sich dabei wieder finden, die Songs sind einfach menschlich. Man kann mich als Person dadurch kennen lernen. Das macht die Musik, sie öffnet Menschen und macht sie für andere präsent. Sie verbindet Menschen.

Ibento: Was war das Beste was dir im letzten Jahr passiert ist?
Ida: Auf jeden Fall die Tour mit Bob Dylan in Dänemark im Juli, ich habe ihn als Support begleitet. Es war toll vor 5.000 Leuten aufzutreten und positives Feedback zu erhalten.

Ibento: Wie sieht das neue Jahr für dich aus? Was hast du geplant?
Ida: Wir starten im Februar eine weitere Tour in Deutschland. Und ich habe viele neue Songs geschrieben, die wir aufnehmen werden. Ich weiß noch nicht, ob daraus ein oder mehrere Alben werden. Ich lasse mich überraschen.

Ibento: Welche Frage beantwortest du in einem Interview gar nicht gerne?
Ida: Hmmm… die schwierigste Frage ist eigentlich die nach der Inspiration. Was aber auch oft gesagt wird ist, dass ich mich wie Alanis Morissette anhöre. Es ist ok, aber man hört es halt sehr oft.
Titelbild: Deborah Lopez
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