Niederländische Band „Billy Hill“ überzeugt mit eigenen Songs

Am Samstag traf ich die fünfköpfige Band „Billy Hill“ im Gasthaus Schaaf in meiner Heimatstadt Solingen zum Interview und durfte ein tolles Konzert genießen. Mit ihrem ersten, gleichnamigen, Album sind sie derzeit in Deutschland und den Niederlanden unterwegs.

Eigentlich war eine tolle Sause im Biergarten des Gasthauses geplant, doch das schmuddelige herbstliche Wetter spielte da nicht mit. Deshalb ging es nach drinnen ins gemütliche Etablissement. Die 2012 gegründete Band „Billy Hill“ steht für den Mix aus Blues, Western und Country. Sie überzeugen mit ausschließlich selbst verfassten und komponierten Songs. Geprobt wird einmal pro Woche in Arnheim (Niederlande). Nach dem Soundcheck genehmigte sich die Band um Frontsängerin Lisa Jansen, Gitarristen Dung Hoang und Philipp Ullrich, Bass-Spieler Teun Creemers und Schlagzeuger Janik Hüsch erstmal eine Stärkung für den Magen, während die ersten Besucher eintrudelten. Dann ging es los: Als erstes stimmte Lisa den flotten Song „Texan Housewifes Blues an“ und hatte damit schon das Publikum auf ihrer Seite. Ihre einzigartige und kraftvolle Stimme ließ den Boden vibrieren. Insgesamt zehn Tracks befinden sich auf dem Album „Billy Hill“. Eine Setliste gibt es nicht, bei der Band steht die Spontanität und der Spaß im Vordergrund. Anschließend folgt der sehr gefühlvolle Song „Still Human“, der mit dem sanften Gesang von Lisa und den kraftvollen Gitarren-Klängen direkt ins Ohr ging. Darauf folgten Tracks wie „Route 666“ und „Midnight in Arnhem“. Songs, die sehr persönlich sind und die Seele berühren. Nach etwa 90 Minuten war es leider schon vorbei, aber eine Zugabe darf natürlich niemals fehlen.
Ibento: Wie und wo wurde die Band gegründet?
Dung: Wir studieren alle in Arnheim Musik. Für ein Schulprojekt mussten wir eine sogenannte Coaching-Band gründen. Man traf sich einmal im Monat und wurde von professionellen Coaches begleitet. Und weil uns das großen Spaß machte, dachten wir uns, dass wir einfach weiter machen.

Lisa und Dung im Interview:


Ibento: Woher kam die Idee für euren Namen „Billy Hill“?
Lisa: Das ist eine gute Geschichte. Wir mussten uns für das Schulprojekt natürlich einen Namen überlegen. Wir haben dann verschiedene Namen von Western-Gangster gegooglet, passend zur Musikstil. Dann stoßen wir auf Billy Hill, ein Gangster aus London aus den 1920er Jahren. Das passte sehr gut, deswegen haben wir uns dann so genannt.

Ibento: Wie lange habt ihr an eurem ersten Album gearbeitet?
Dung: Etwa Eineinhalb Jahre haben wir an den Songs und später dann im Studio daran gearbeitet.

Ibento: Das Debütalbum wurde mittels Crowdfunding finanziert. Wie kamt ihr dazu?
Dung: Lisa hatte die Idee, wir mussten uns dann für eine von vielen Plattformen entscheiden. Und da wir in Holland zu dem Zeitpunkt waren haben wir uns für „Voor de Kunst“ entschieden, eine Plattform ausschließlich für Künstler. Dabei sind insgesamt 9.000 Euro zusammen gekommen. Damit konnten wir unsere Platte dann professionell im Tonstudio aufnehmen. Die Spender erhalten dann als Dankeschön zum Beispiel ein Exemplar oder ein kostenloses Ticket für unsere Konzerte.

Ibento: Ihr schreibe eure Songs selbst. Wo nehmt ihr die Inspiration her?
Lisa: Das ist unterschiedlich. Aber das Leben an sich inspiriert mich. Vor allem wenn es mir mal schlecht geht, habe ich gute Ideen. Die Songs sind sehr persönlich und autobiographisch. Am meisten hat mich „Still Human“ bewegt, da ging es mir auch nicht so gut.

Ibento: Was ist das für ein Gefühl, vor Menschen aufzutreten?
Lisa: Das Wichtigste für mich ist, dass die Leute etwas fühlen, dass ich meine Emotionen ihnen rüber bringen kann.
Dung: Aufzutreten ist sehr wichtig für mich. Man kann damit den Menschen live präsentieren, woran man gearbeitet hat. Wir haben auch schon mal vor etwa 1.000 Leuten gespielt, das ist anders als vor nur 50 Menschen. Die kleinen Konzerte machen aber am meisten Spaß, da man die Reaktionen der Zuhörer mitverfolgen kann.

Ibento: Welche Künstler inspirieren euch, sind eure Vorbilder?
Lisa: SIA, Fiona Apple und Haley Williams von Paramore.
Ibento: Haley Williams ist auch für ihre roten Haare bekannt. Lisa, du stichst auch mit deiner roten Mähne hervor. Wie oft färbst du dir die Haare?
Lisa: Einmal pro Woche muss ich sie färben, ansonsten sieht es nicht mehr so schön strahlend aus. Sehr aufwendig, aber für das Ergebnis tue ich es gerne.

Ibento: Was wünscht ihr euch für eure musikalische Zukunft?
Dung: So weit wollen wir noch gar nicht vorausdenken, aber es wäre cool auf Festivals auftreten zu können, um so mehr Menschen zu erreichen.

Ibento: In dieser Woche läuft eine neue Show namens „Die Band“ mit Samu Haber von Sunrise Avenue an. Was haltet ihr von Castingshows? Habt ihr überlegt, mal an sowas teilzunehmen?
Lisa: Nein, das stand bei uns noch nie zur Diskussion. Sicher erreicht man damit viele Menschen in sehr kurzer Zeit. Aber diese Künstler müssen sich oft an Knebelverträge halten und bekommen Songs vorgegeben. Das möchten wir nicht, uns ist unsere künstlerische Freiheit sehr wichtig.

Weitere Informationen zur Band findet ihr unter: www.billyhill.nl und auf ihrer Facebook-SeiteAuf Amazon und iTunes könnt ihr ins Album reinhören.

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