Tom und Erik von PRAG im Interview

Ibento Magazin: Was verbindet ihr mit der Stadt Prag, wie oft wart ihr schon dort? 
PRAG: Wir lieben diese Stadt. Dort haben wir mit dem Tschechischen Filmorchester im kalten Winter unsere erste Platte „Premiere“ aufgenommen. Viele Ideen und unser Stil stammen aus der Zeit um diese PRAG-Reise. Seitdem waren wir als Band einmal dort, aber einzeln viel öfter.

Ibento Magazin: Ihr seid seit vielen Jahre befreundet, wie kam die Idee gemeinsam Musik zu machen? Wie ist PRAG entstanden? 
PRAG: Das war ganz einfach: Erik sang Backingvocals auf der „Tom Krimi“ Soloplatte ein, Tom hatte ein paar Songs für Eriks Band „Erik&Me“ produziert. Und dann haben wir die gemeinsame Vorliebe für den großen Zirkus mit Orchester und Band entdeckt und PRAG konnte beginnen.

Ibento Magazin: Was möchtet ihr mit euren Songs ausdrücken, woher nehmt ihr eure Inspiration? 
PRAG: Das mit der Inspiration ist so eine Sache, die steht ja nicht gerade an jeder Ecke rum, aber wenn man offenen Auges und Ohres durch das Leben läuft, begegnet sie einem doch recht häufig. Wie genau das allerdings geschieht, wissen wir nicht. PRAG-Songs sind fast immer ambivalent (ein bisschen wie das Leben) und versuchen Beziehungen und Dinge von mindestens zwei Seiten zu zeigen. Verpackt wird das dann mit einer Musik, die eine gewisse Herrlichkeit ausdrückt — mit Orchester und großen Melodien.

Ibento Magazin: Euer aktuelles Album heißt „Kein Abschied“, wofür steht dieser Abschied? 

PRAG: Als wir Freunden und Fans von der Arbeit an unserem zweiten Album erzählten, waren viele überrascht; sie hatten Prag wohl als einmaliges Projekt aufgefasst. Den Spruch „ach, ihr macht weiter, wie schön“ hörten wir recht häufig. Da wir aber nie daran gedacht hatten, nur eine einzige Platte zu machen und man nach dem Debüt auch nicht von einem Comeback sprechen kann, fanden wir den Titel angemessen.

Ibento Magazin: Wann und wie habt ihr euren persönlichen Weg zur Musik gefunden? 
Erik: Wir machen Musik, solange wir denken können. Ich habe im DDR-Kinderchor gesungen und seitdem nicht mehr aufgehört.
Tom: Nachdem ich mich von der Last des elterlich bestimmten Musikweges (ich musste mit der Geige das häusliche Streichquartett komplettieren) befreien konnte, gründete ich mit 16 Jahren eine experimentelle Band mit dem bewusst unprätentiösen Namen „Serviette“, die Stilistik nannten wir Bezug nehmend auf den vom Jazzmusiker zum Volksmusiker mutierten Ernst Mosch „Free Mosch“. Seitdem versuche ich, den Kopf zugunsten des Herzens zurückzudrängen.

Ibento Magazin: Ihr habt euer eigenes Label gegründet. Warum? 
PRAG: Wir wollten unsere kreativen Entscheidungen nicht durch Dritte beeinflussen lassen, letzten Endes versucht ein externes Label ja doch immer, seine Investitionen durch Einmischung abzusichern.

Ibento Magazin: Habt ihr außerhalb von Deutschland ebenfalls gespielt? Wo? 
PRAG: Wir haben Shows in Österreich und der Schweiz gespielt, also so richtig Ausland war das nicht. Da wir deutsch singen, ist das mit den anderen Ländern aber auch so eine Sache.

Ibento Magazin: Eure Vorbilder? Und warum sie? 
PRAG: Das schöne an Vorbildern ist, das diese zumeist auch Vorbilder hatten, die somit dann auch zu unserem Vorbild werden. So lässt sich in unserem Fall folgende Kette bilden: Wir finden „The Divine Comedy“ sehr toll. Deren Kopf, Neil Hannon, findet Scott Walker sehr toll. Der wiederum fand Jaques Brel sehr toll. Und fand bestimmt Wladimir Wyssozky sehr toll. Also finden wir die auch alle toll.

Ibento Magazin: Bei Konzerten tragt ihr immer Anzug oder Beatnik-Rolli. Hat dieser Kleidungsstil eine besondere Bedeutung für euch? 
PRAG: Wir mögen es einfach, uns so zu kleiden.

Ibento Magazin: Wie habt ihr die Weihnachtstage verbracht?
PRAG: Tom ging den Ursprüngen auf den Grund und verbrachte Weihnachten in der Wüste, nicht unweit von Bethlehem. Also dort, wo außer den immigrierten Russen und den christlichen Arabern niemand Weihnachten feiert. Erik war nochmals bei dem Weihnachtsbaumverkauf, wo wir ein kleines Video gedreht haben (gibt es auf unseren Webseiten) und hat dort einen schönen großen Baum ausgesucht, um den herum er dann drei Tage lang getanzt hat.
Foto: Jarek Raczek
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