Im Interview: „Applewar Pictures“-Gründer Chan und Tense ist die Nähe zu ihren Fans sehr wchtig

Applewar Pictures – dieser Name steht für lustige und total verrückte Clips. Die im Jahre 2004 gegründete No-Budget-Filmgruppe von Chan (34) und Tense (29) aus Hagen, (die bürgerlichen Namen werden strengstens geheim gehalten) hat im Laufe der Zeit viele Fans gefunden. Mit Parodien wie „Pokenoob“ begeistern sie regelmäßig ihre Follower auf YouTube. Spaß steht dabei stets im Vordergrund. Am Samstag sind die beiden auf der Anime- und Mangaconvention „Yukon“ im Schulzentrum Vogelsang und verteilen fleißig Autogramme. Das Ibento Magazin durfte Tense vorab Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Zukunftsplänen stellen.

Wie habt ihr euch gegründet, wer hatte die Idee?
Tense: Mein Kollege Chan und ich hatten die Idee vor knapp zehn Jahren, einfach zum Spaß Kurzfilme zu drehen. Kein Plan, kein Geld, trotzdem guter Film – das war unser Motto. Chan stand kopfschüttelnd vor mir, nachdem er einen schlechten deutschen Film im Kino gesehen hatte und meinte, dass wir das besser können. Was doch nicht der Fall war.

Was bedeutet Applewar? Wie seid ihr auf diesen Namen gekommen?
Tense: Chan wirft mir vor der Kamera einen Apfel an den Kopf: Apfelkrieg. Der Name war geboren. Warum und wieso wir ausgerechnet dabei geblieben sind, kann ich gar nicht sagen.

Was hat es mit Chans ominöser blonder Strähne auf sich?
Tense: Chans Meerschweinchen Bananasplit hatte dieselbe Strähne. Wer von beiden es sich bei wem abgeguckt hat, vermag ich heute nicht mehr zu sagen. Es ist jedenfalls eine große Erkennungsmarke. Manchmal glaube ich, Leute erkennen ihn auf der Straße nur an der Strähne (lacht).

Verfolgt ihr auch andere YouTuber, wie zum Beispiel Y-Titty?
Tense: Ja, natürlich. Allerdings schauen wir auch viel von den amerikanischen oder englischen Machern. Man möchte schließlich auch wissen, was in der Szene gerade los ist.

Woher nimmt ihr die Inspiration für eure Clips?
Tense: Wer kreativ sein will, der muss viel kreatives konsumieren: Spiele, Filme, Bücher, Manga. Häufig beginnt eine Idee mit der Frage: Was wäre, wenn… Oder man strickt einen Witz, eine Aussage. Das ist häufig ein guter Aufbau.

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Chan (vorne) und Tense (hinten) ist Fannähe wichtig. © Applewar Pictures
Ihr seid wieder auf der Yukon vertreten, wie wichtig ist euch Fannähe? 
Tense: Sehr wichtig! Wir wären nicht die, die wir sind, wenn unsere Fans uns nicht dazu gemacht hätten. Deshalb suchen wir auch immer wieder die Nähe zu unseren Fans auf Conventions. Es ist komisch, die Klickzahlen auf Youtube mögen insgesamt vielleicht zurückgehen, aber es werden nicht weniger Leute, die auf Cons zu uns kommen. Deshalb kommen wir immer wieder gern unter Leute und das wollen wir auch so beibehalten.

Eure Fans überschütten euch mit Geschenken wie Zeichnungen. Habt ihr auch mal etwas Skurriles bekommen?
Tense: Da gab es eine Menge skurrile Sachen. Ein Fan hat mir beispielsweise mal eine halbwegs funktionsfähige „Coilgun“ geschickt. Also eine Pistole, die kleine metallene Geschosse verschießen kann, mit einem Lauf aus Holz und einer Magnetspule. Diese haben wir auch mal für einen Film als Requisite verwendet. In einem Fanpaket hat uns ein Fan auch mal die Haut seiner frisch gehäuteten Schlange mitgeschickt. Bitte nicht wieder!

Dein Lieblingsanime, -game, manga?
Tense: „Spriggan“ und „Berserk“ fallen mir da direkt ein, weil das auch meine Lieblinge sind. Games wie „Uncharted“, „MGS“ oder „The Witcher 3“ zählen zu unseren Favoriten, aber da gibt es noch so viel mehr.

Wie viel Arbeit steckt in so einem Clip? Wie laufen die Vorbereitungen ab?
Tense: Je nachdem um was für ein Format es sich handelt, dauern die Vorbereitungen mal mehr, mal weniger lang. Der Clip „Angriff der Fragen“ ist recht schnell produziert. Kurzfilme wie die „Pokénoob“-Reihe können gerne mal länger dauern. Etwa drei bis fünf Stunden für das Skript, der Dreh knappe fünf bis achte, der Schnitt zwischen sechs uns neun Stunden; je nachdem, wie viele Effekte und Grafiken zu erstellen sind. Chan und ich besprechen die Ideen vorab, am Set wird auch häufig improvisiert.

Meint ihr, jeder kann erfolgreicher YouTuber werden? Was muss man mitbringen?
Tense: Nein, es kann nicht jeder erfolgreich werden. Es ist auch die Frage, was man sich unter Erfolg vorstellt; Berühmtheit, Geld, Fans? – Das kriegt nicht jeder hin. Aber einem Hobby nachgehen, dass Spaß macht, das funktioniert auf jeden Fall, damit kann man Erfolg haben. Klickzahlen sind bei Weitem nicht alles.

Was wünscht ihr euch für das neue Jahr? Gibt es schön Pläne für neue Projekte?
Tense: Mehr Kurzfilme! Wir haben im Team beschlossen, wieder mehr auf aufwändigere Produktionen zu setzen und werden im kommenden Jahr auch wieder Filmreihen angehen, auf die unsere Fans lange gewartet haben. Ihr dürft also gespannt sein.

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