Alex und Jan-Dirk der DONOTS im Interview

Bereits seit über 20 Jahren rocken die fünf Jungs aus Ibbenbüren die Bühne. Ihr neuestes Album „Karacho“ ist die erste Platte, auf komplett in deutscher Sprache erschienen ist. Wir haben im Interview nachgefragt, wie es dazu kam und was sie an ihrem Beruf richtig klasse finden.

Wofür steht der Name Donots?
Jan-Dirk: Es ist wirklich sehr sehr lange her, wir waren damals ein bisschen in Zeitnot. Wir durften ein Konzert in Ibbenbüren spielen und brauchten dringend einen Namen. Damals hatte ich zufällig Simpsons geschaut und Homer hat mal wieder Donuts gegessen. Wir wollten uns dann auch so nennen. Aber dann hatte ich mich bei einem Logo, dass ich gezeichnet hatte, verschrieben und Donots kam dabei raus. Seitdem heißen wir so. Viele Amerikaner verstehen das nicht. Sie denken immer, wie würden „do-not“ also „nicht tun“ heißen, wird dort anders betont.

Ihr habt 1994 die Band gegründet. Hättet ihr damals gedacht, dass ihr 2016 auch noch die Bühne rocken würdet?
Alex: Das wäre doch total abgefahren, wenn man damals diesen heutigen Tag

Alex Siedenbiedel. © Lorraine Dindas
Alex Siedenbiedel. © Lorraine Dindas

– ich bin zwar erst seit 1996 dabei – schon hätte erahnen könnte. Einfach den Fernseher an und „guck mal da, das wird in 20 Jahren so sein“.

Jan-Dirk: Wir haben damals nicht mal von Jahr zu Jahr, sondern eher von Woche zu Woche gedacht. Uns hat sich damals eher die Frage gestellt, wie werden wir bekannt und nicht, wie man so lange wie möglich Musik machen kann. Wir wollten einfach Musik machen und so oft wie möglich vor Publikum spielen können. Niemand von uns hätte gedacht, dass es uns nach 20 Jahren noch als Band gibt.

Euer neustes Album „Karacho“ besteht aus deutschen Texten. Vorher habt ihr auf Englisch gesungen. Wie kam es dazu?
Alex: Das war eigentlich eher ein Zufall. Wir haben vor zwei Jahren unser 20-jähriges Jubiläum gefeiert und gedacht, dass wir zu unserem Geburtstag mal etwas Besonderes raus hauen müssen. Vorher haben wir nicht einen einzigen Song auf Deutsch produziert, nur mal live etwas gecovert. Dann hatte Ingo den Sänger von Rise Against kontaktiert und klar gemacht, dass beide Bands etwas auf Deutsch raus bringen. Wir haben dann verschiedene deutsche Songs geschrieben, nur einer sollte auf die Platte. Das machte aber so Bock, dass alle auf der CD gelandet sind. Ob unser nächstes Album auch auf Deutsch sein wird, das wissen wir aber noch nicht. Es kann alles passieren. Auch wenn es später sogar auf Japanisch ist (lacht).

Ein Song heißt „Hansaring – 2.10 Uhr“. Welche Geschichte steckt dahinter?
Jan-Dirk: Das ist Ingos Hommage an den Hansaring in Münster, der ist direkt am Hafen. Ich habe eine Weile auch in Münster gelebt. Dort sind viele alternative Kneipen und Läden. Dort konnte man auch alleine hingehen und hat sofort Leute getroffen, mit denen man direkt ins Gespräch kam. Um 2.10 Uhr ist dann dort richtig viel los.

Was findet ihr am Musiker-Dasein klasse? Was fuckt euch total ab?
Jan-Dirk: Das ist ganz einfach. Wirklich alles ist geil, bis auf das man wirklich jedes Wochenende spielt. So verpasst man Geburtstage, Hochzeiten und Treffen von Freunden. Ich habe dieses Jahr schon drei Hochzeiten verpasst, meine Freundin musste immer alleine hingehen. Ich habe sogar die Hochzeit meiner Schwester verpasst, aber es ging einfach nicht anders. Das ist wirklich der einzige Punkt, der uns stört.

Wenn ihr auf Tour seid, hängt man ja ständig zusammen. Gibt es da auch mal Streitigkeiten?
Alex: Streit gibt es eigentlich nicht, Diskussionen ja. Wir funktionieren sehr gut zusammen, jeder hat seinen Aufgabenbereich. Bei uns gibt es keinen Alleinherrscher, wir ziehen an einem Strang.

Wie sieht euer Leben in den nächsten 20 Jahren aus?
Alex: Wir hoffen natürlich, dass die nächsten 20 Jahre genau so geil werden wie die letzten und wir immer noch Musik machen. Wer weiß, vielleicht singen wir nur noch auf Japanisch. Ingo kann etwas Japanisch. Wir wissen nur, wie man ein Bier auf Japanisch ordert (lacht).

Titelbild: Jan-Dirk Poggemann. © Lorraine Dindas
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s