Green Juice: ein friedliches Fest gegen Nazis

„Scheiß auf Nazis“ lautete die Parole am Samstag auf dem 9. Green Juice Festival in Bonn-Pützchen. Über 7.000 Fans von cooler Musik feierten friedlich zusammen und genossen die Sonnenstrahlen. Nachdem am Freitag das Warm-up mit lokalen Newcomern ordentlich Stimmung machte, folgte der fabulöse Samstag mit den Line-ups Le Fly und den Donots.

Le Fly brachten Hamburger Mukke auf die Bühne. © Lorraine Dindas
Le Fly brachten Hamburger Mukke auf die Bühne. © Lorraine Dindas

Von überall her strömten die Menschen um gemeinsam fetzige Musik zu genießen, zu tanzen und zu futtern. Den Tag eröffnete das Duo Juri mit Neo-Pop-Klängen. Anschließend folgten Songs von „Landgang“, „Flash Forward“ und „City Light Thief“.

„Dieser Song ist für alle Menschen, die auf die Straße gehen und gegen Nazis demonstrieren“, kündete die Band „Kmpfsprt“ ihren nächsten Song  an, worauf die Fans anfingen zu „moshen“ (Ausdruck dafür, wild durcheinander zu hüpfen und sich gegenseitig dabei anzustoßen). Gemeinsam zeigten die Musikbegeisterten symbolisch den Stinkefinger. Eine Geschichte über das harte Geschäft in der Musikindustrie wurde im Song „Ich hör die Single nicht“ erzählt.

Janina aus Velbert. © Lorraine Dindas
Janina aus Velbert. © Lorraine Dindas

Bevor das Punk-RockTrio „Schmutzki“ rockte, wurde die Bühne umgebaut. Um aber nicht ganz ohne Musik feiern zu müssen, legten die DJs „AtomicBuu“ und „Pawnda“ auf. Auch „Schmutzki“ zeigten den Rechtsextremen den Stinkefinger beim Song „Bäm“. Gitarrist Dany Horowotz appellierte an die Menge: „Ich muss jetzt etwa 100 mal Bäm singen, ihr müsst mir auf jeden Fall dabei helfen.“

Stärken konnten sich die Besucher an verschiedenen Ständen. Eine riesige Schlange bildete sich vor dem Wagen des Getränkeherstellers „Fritz-Kola“. Denn dort gab es ein aufblasbares Tierchen zu gewinnen: ein Einhorn. Obwohl man es eher als „Einflasche“ bezeichnen könnte, denn anstelle eines Horns hatte das Pferd eine Cola-Flasche auf der Stirn. So ein Exemplar konnte sich auch die 24-jährige Janina Kolb aus Velbert sichern. „Ich bin zum ersten Mal beim Green Juice Festival. Am meisten freue ich mich auf die Donots. Doch das Tollste ist einfach das Zusammenfeiern mit Freunden.“

Am Stand des Kinder und Jugendzentrums Kleiner Muck gab es Süßigkeiten und CDs des Musikprojektes „Musikstation“ zu ergattern – alle Einnahmen kamen der Organisation zu Gute. „Mit unserem Projekt fördern wir Newcomer aus Bonn“, erklärte Charlotte Schneider. Jedes Jahr gibt es ein Bandcoaching. Aber auch ein neues Theaterprojekt zum Thema Klimaschutz soll entstehen.

Bevor nun endlich die heiß begehrten Donots aus Ibbenbüren die Bühne rockten, präsentierte „Le Fly“ ihre St. Pauli Tanzmusik mit Rock, Rap, Reggae und Ska Elementen. Da durften Trompeten, Gitarren und Schlagzeug natürlich nicht fehlen.

Die Donots zeigten Nazis den Stinkefinger. © Lorraine Dindas
Die Donots zeigten Nazis den Stinkefinger. © Lorraine Dindas

Dann: 21.40 Uhr. Punkt auf die Minute war es soweit. Das Licht ging aus, langsam tauchten die fünf Jungs der Band Donots auf der Bühne auf und wurden in ein blaues Licht gehüllt. „Hey Leute, wie geht’s euch?“, fragte die Band in die Menge. „Bonn ist ja die kleine Schwester von Köln. Aber wenn ich das hier sehe, wer braucht da noch Köln. Saufen kann man überall“ rief Ingo Knollmann ins Publikum. Darauf folgten die Songs „Ich mach nicht mehr mit“ und „Dann ohne mich“. „Wir haben nach den ersten paar Minuten schon drei Mikros geschrottet. Das nenne mich doch mal ein Rock-Festival. Schaffen wir heute noch weitere 17, geben wir euch alle einen aus!“ Die Menge war von Ingos Versprechen schier begeistert. Und wieder hieß die Parole: scheiß auf Nazis. Beim „moshen“ wurde auf dem Gelände ordentlich staub aufgewirbelt. Darauf stimmten die Jungs ihren Song „Das Ende der Welt ist längst vorbei“ an und animierten die Besucher, mehr Staub zu erzeugen, bis die Bühne kaum noch zu sehen war. „Ihr seid geil Leute“ bedankte sich die Band. Eine Mischung aus deutsch und englisch sprachigen Songs folgte diesem sensationellen Auftakt. Da durfte natürlich der Klassiker „Whatever Happened to the 80s“ nicht fehlen, den alle fleißig mitsangen.

Das junge Veranstalter-Team von Forisk Entertainment plant und organisiert das Green Juice Festival bereits seit 2008 komplett in Eigenregie. In den neun Jahren seines Bestehens ist das Festival vom kleinen Konzert im Park zur festen Größe der regionalen Musik-Landschaft geworden. Insgesamt waren beim Green Juice Festival über 250 freiwillige Helfer im Einsatz.

Möglich gemacht wird das Festival durch die Unterstützung von zahlreichen Sponsoren, der Bundesstadt Bonn, sowie der Beueler Ortsverbände von DRK und THW. Mit seinem lokal besetzten Line Up und niedrigem Eintrittspreis leistet die Veranstaltung einen wichtigen Beitrag zur Förderung der jungen Musikkultur in der Region Bonn/Rhein-Sieg.

Das nächste Green Juice Festival findet am 19. August 2017 statt.
Infos unter: www.green-juice.de

Weitere Bilder des Festivals auf der Ibento Magazin Facebookseite.

Ebenfalls erschienen bei Bundesstadt.com

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