One Republic zeigen mit „Oh My My“ eine krasse Wandlung

Anders, neu und doch dem Stil treu geblieben. Das neue Album von One Republic steht seit dem 7. Oktober in den deutschen CD-Regalen. Hält die Scheibe, was sie verspricht?

Sie sagen selbst, es sei elektrisch. Es habe alte und auch neue Vibes – das vierte Album „Oh My My“ von One Republic. Und die fünf Jungs haben Recht. Schon der Titel unterscheidet sich von der Aussage her stark von den Vorgängern „Native“, „Waking Up“ und „Dreaming Out Loud“. „Oh My My“ kommt viel leichter und minimalistischer daher. Wofür stehen diese sechs Buchstaben? Sie stehen in ihrer Kürze für das, was wir alle denken: Das Leben ist kurz. Wir wollen nur diese eine Person und sonst nichts.

Auch das Cover unterscheidet sich sehr von den anderen drei Alben. Ganz dezent mit weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund sowie einem Bandfoto zieren die aktuelle Platte. Ein Gegenteil zu den farbenfrohen und motivstarken Vorreitern, die mit verschiedenen Schriftarten spielten.

Von Kritikern hochgelobt wird der Song, die zweite Singleauskopplung, „Kids“. Es geht um die Erinnerung an die unbeschwerte Kindheit und der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Gepaart mit den rhythmischen Beats entsteht ein wortgewaltiges sowie tanzbares Stück.

Besonders der Song „A.I.“ (Artificial intelligence, zu Deutsch: künstliche Intelligenz) featuring Peter Gabriel zeigt eine ganz neue Seite der Band. Sänger Ryan Tedder steht in diesem Stück nicht im Vordergrund, sondern überlässt Gabriel die Manege. Der ehemalige Genesis-Frontmann bringt eine derartige Leichtigkeit in das Stück, dass es einen geradezu mitnimmt. Perfekt für gemütliche Abende, aber auch ein super alternative Pop-Hit für die Disco. Die Mischung aus Gabriels Ruhe und Tedders Beats macht’s.

Die Songs „Heaven“, „Future Looks Good“,  und „Wherever I Go“ ähneln am meisten dem alten Stil von One Republic. Dennoch wurden neue Elemente, wie zum Beispiel ein Chor bei dem Song „Choke“ wunderschön hinzugefügt. Bei „All These Things“ bekommt man in den ersten Sekunden das Gefühl, „Goodbye, Apathy“ („Dreaming Out Loud“) hätte sich auf der Platte verirrt, denn diese beiden Songs ähneln sich sehr zu Beginn. Checkt es aus, ihr wisst bestimmt, was ich meine 😉

Von der Platte gibt es zwei Versionen. Meine umfasst 16 Song, die Deluxe-Variante 20. Einen weiteren Track, den es nur auf der erweiterten Version gibt, präsentierten One Republic als Vorgeschmack auf Twitter:

Fazit: Nach dem ersten Durchhören war ich etwas verwirrt. Diese Klänge ist man von dieser Band definitiv nicht gewohnt. One Republic hatten bereits angekündigt, dass dieses Album eine Wandlung zeige und dies kann ich nur bestätigen. Die Songs kommen viel beat-lastiger und elektro-popiger, aber auch rockiger daher. Was anfangs für den eingefleischten Fan nicht passend erscheint, ändert sich bereits beim zweiten Abspielen. Von den drei Vorgänger-Alben ist man gefühlvolle Hymnen gewöhnt. Doch auf einmal hat es bei mir „klick“ gemacht und man konnte die Entwicklung der Band miterleben:  der alte Tenor aus sanften und kraftvollen Tönen von Ryan Tedder, gemischt mit erstklassigen Künstlern wie Peter Gabriel, Cassius und Santigold. Ich bin sehr beeindruckt. I love it. Die Jungs präsentieren sich von einer ganz neuen Seite, verlieren aber ihr altes Markenzeichen – Tedders sanften und eindringenden Klänge – nicht. Meine Favourites: „Oh My My“, „Kids“ und „A.I“. Dennoch: wenigstens einen Gänsehaut-Song à la „Apologize“ oder „Burning Bridges“ hätte ich mir gewünscht.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s