Review: Gilmore girls – A Year in the Life (Winter)

Die Gilmore girls haben mich jahrelang begleitet. Das erste Mal sah ich sie mit 14 Jahren, als ich gerade mein erstes Redaktionspraktikum machte. Anfangs wusste ich noch nicht, dass Rory auch Journalisten werden wollte. Seitdem waren die beiden Frauen mein ständiger Begleiter. Als die Serie eingestellt wurde, war ich tief traurig. Ich wollte wissen, ob Luke und Lorelai heiraten, Kinder bekommen. Ob Rory die nächste Christiane Amanpour wird und wer es schafft, sie vor den Altar zu bekommen. Als dann bekanntgegeben wurde, dass es vier weitere Folgen auf Netflix geben wird, war ich überglücklich. Ich konnte die Tage es kaum noch abwarten.

Wer wie ich alle vier Episoden á 90 Minuten mit den Titeln Winter, Spring, Summer und Fall gesehen hat und die Berichterstattung sowie die Kommentare im Social Media verfolgt hat, ist wahrscheinlich auch nicht ganz so glücklich mit dem, was gezeigt wurde. Aber hier erstmal eine Kritik zum ersten Teil:

Episode 1 – Winter:

Es war so schön wieder das verschneite Stars Hollow zu sehen. Zu sehen, wie der Pavillon immer noch die Menschen der Stadt versammelt und zu sehen, dass Lorelai und Rory immer noch ein Teil von ihr sind. Erste Nebencharaktere wie Kirk, Miss Patty und Lane tauchen kurz auf. Es ist schön, alle wieder zu sehen. Doch leider erscheinen die Darsteller nur sehr kurz.

Die Szene spielt neun Jahre nach dem Serienende in 2017 als Rory zur Wahlkampftour von Barack Obama als Journalistin antrat und Lorelai und Luke nach ihrem Beziehungsende wieder zusammenfanden. Man malte sich in den Jahren alle möglichen Szenarien aus. Die Realität? Rory arbeitet freiberuflich, findet derzeit aber keine Aufträge. Sie hat ihre Wohnung in Brooklyn aufgegeben und lebt hier und da. Und das, was mich am meisten schockierte: sie schläft regelmäßig mit Logan, obwohl dieser mit einer anderen Frau verlobt ist. Sie ist mit einem Paul zusammen, den sie ständig vergisst und schon seit Ewigkeiten mit ihm Schluss machen will. Ich dachte mir: ok, das hat bestimmt alles einen Sinn. Wir sollen erleben, dass Rory eine schlechte Phase hat, aber am Ende alles gut wird. Aber dazu kommen wir noch bei der letzten Episode.

Gilmore Girls
Lorelai und Rory genießen den Schnee in Stars Hollow. Foto: Saeed Adyani/Netflix

Lorelai und Luke sind nicht verheiratet. Es kam einfach nie dazu. Ich musste erst einmal zwei Mal hinsehen. Irgendwie hatte sich Lauren Graham (Darstellerin der Lorelai) im Gesicht sehr verändert. Natürlich nagt der Zahn der Zeit an jedem von uns. Sie sieht jedoch nicht nur älter, sondern auch anders aus. Das Thema Kinder kommt bei Lorelai und Luke zu Sprache, doch sie ist mittlerweile schon 48 – etwas zu alt für ein zweites Kind. Sie suchen Paris auf, die in ihrem Job Leihmütter vermittelt. Wollte sie nicht Krebs bekämpfen?  Doch sie ist und bleibt die eigensinnige und paranoide Person, die sie schon immer war und das lieben wir an ihr.

Und was wurde aus Emily? Zunächst einmal: sie hat eine neue Synchronstimme, an die man sich erstmal gewöhnen muss. Es ist bereits die dritte. Mir persönlich ist sie etwas zu lieb und leise, nicht passend für ihr Charaktere. Nachdem Erdward Herrmann (Darsteller des Richard Gilmore) Ende 2014 verstarb, musste dies natürlich auch in der Serie umgesetzt werden. So spielt Emily die trauernde und sich selbst suchende Witwe. Bei einem Flashback, vor vier Monaten, wird die Beerdigung von Richard gezeigt. Hier musste ich dann nun doch ein paar Tränen verdrücken.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich das alles so nicht erwartet habe. Es zeigt uns aber, dass das Leben meist anders kommt, als man denkt. Es gibt nicht immer ein Happy End und nicht jeder Traum wird wahr. Dies sagte schon die Therapeutin in Staffel 6, Episode 22, zu Lorelai im Auto. Aber noch gibt es noch drei weitere Teile.

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